Kaufnebenkosten: Die versteckten zehn Prozent beim Immobilienkauf

Kaufnebenkosten: Die versteckten zehn Prozent beim Immobilienkauf

Der Kaufpreis steht im Inserat groß und fett. Was daneben anfällt, lesen viele erst im Kleingedruckten. Dabei entscheiden die Nebenkosten oft darüber, ob eine Finanzierung aufgeht oder kippt.

Die vier großen Posten

Grunderwerbsteuer

Sie ist der größte Brocken und Ländersache. Bayern und Sachsen liegen am unteren Ende, mehrere andere Länder verlangen 6,5 Prozent. Auf ein Objekt für 400.000 Euro können so allein 26.000 Euro Steuer entfallen. Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die für die Eigentumsumschreibung nötig ist.

Notar und Grundbuch

Die Gebühren sind gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar. Sie umfassen die Beurkundung, die Eintragung der Auflassungsvormerkung und die spätere Eigentumsumschreibung. Rechnen Sie mit etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises.

Maklerprovision

Seit der Reform teilen sich Käufer und Verkäufer bei selbst genutztem Wohneigentum die Provision in der Regel hälftig. Der Käuferanteil liegt damit häufig bei rund 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer, regional aber unterschiedlich.

Kleinere, gern vergessene Kosten

  • Gutachter oder Sachverständiger: wenn Sie den Zustand prüfen lassen
  • Finanzierungsnebenkosten: etwa für eine Bürgschaft oder Bereitstellungszinsen
  • Umzug und Erstausstattung: oft unterschätzt, schnell vierstellig

In Summe landen die meisten Käufer bei zehn bis fünfzehn Prozent über dem reinen Kaufpreis. Wer ein Budget plant, sollte deshalb nie vom Inseratspreis ausgehen, sondern vom Gesamtaufwand. Sonst droht die böse Überraschung, wenn die Bank nur den Steinwert finanziert und der Rest privat zu stemmen ist.

Mein Rat: Stellen Sie vor jeder Besichtigung eine ehrliche Nebenkostenrechnung auf. Sie schützt vor Objekten, die auf den ersten Blick passen und auf den zweiten das Budget sprengen.