Instandhaltungsrücklage richtig kalkulieren

Instandhaltungsrücklage richtig kalkulieren

Jedes Gebäude altert. Irgendwann müssen Dach, Fassade, Heizung oder Aufzug erneuert werden. Damit diese großen Ausgaben die Eigentümer nicht plötzlich überfordern, gibt es die Instandhaltungsrücklage, neuerdings Erhaltungsrücklage genannt.

Wozu die Rücklage dient

Die Rücklage ist das Sparbuch der Eigentümergemeinschaft. Jeder Eigentümer zahlt über das Hausgeld monatlich ein. Aus diesem Topf werden später die teuren Erhaltungsmaßnahmen bezahlt, ohne dass die Gemeinschaft plötzlich hohe Einzelbeträge aufbringen muss.

Wie viel ist angemessen?

Eine gesetzlich feste Höhe gibt es nicht, die Gemeinschaft entscheidet selbst. Als grobe Orientierung dient das Alter und der Zustand des Gebäudes: Ältere Häuser brauchen eine höhere Rücklage. Manche Verwaltungen nutzen Erfahrungswerte pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr als Richtschnur.

Die Gefahr der Unterdeckung

  • Eine zu niedrige Rücklage hält das Hausgeld künstlich klein.
  • Steht dann eine große Reparatur an, droht eine Sonderumlage.
  • Diese kann mehrere tausend Euro pro Eigentümer auf einmal betragen.

Worauf Käufer achten

Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung sollten Sie unbedingt den Stand der Rücklage erfragen und mit dem Gebäudezustand abgleichen. Ein gepflegtes Haus mit gut gefüllter Rücklage ist mehr wert als ein scheinbar günstiges Objekt mit leerem Topf und absehbaren Großreparaturen.

Mein Rat: Lieber etwas mehr ansparen als zu wenig. Eine solide Rücklage gibt Planungssicherheit, schützt vor bösen Überraschungen und hält den Wert der gesamten Anlage stabil. Eine zu knappe Kalkulation rächt sich fast immer.