In gefragten Lagen läuft der Verkauf längst nicht immer über einen festen Preis. Stattdessen ruft der Makler ein Bieterverfahren aus. Wer die Spielregeln nicht kennt, zahlt im Eifer des Gefechts schnell zu viel.
So funktioniert das Verfahren
Der Verkäufer nennt einen Startpreis, der oft bewusst niedrig angesetzt ist, um viele Interessenten anzulocken. Innerhalb einer Frist geben die Bieter ihre Gebote ab. Anders als bei einer Versteigerung sehen die Bieter die konkurrierenden Angebote meist nicht und sind rechtlich nicht zur Abgabe gebunden.
Der wichtigste Unterschied zur Auktion
Ein Bieterverfahren ist nicht rechtlich bindend wie eine Zwangsversteigerung. Auch das höchste Gebot zwingt den Verkäufer nicht zum Verkauf, und Sie sind erst mit dem notariellen Vertrag gebunden. Das gibt Spielraum, schafft aber auch Unsicherheit.
Strategie für Bieter
- Schmerzgrenze vorher festlegen: auf Basis einer ehrlichen Finanzierung, nicht im Adrenalin
- Finanzierung vorab klären: Eine schnelle Zusage macht Ihr Gebot attraktiver.
- Nicht nur auf den Preis schauen: Auch ein zügiger Notartermin oder Flexibilität beim Übergabedatum zählen.
Die Gefahr der Emotion
Der größte Fehler ist, ein Objekt unbedingt haben zu wollen und über die eigene Grenze zu bieten. Der Markt korrigiert überhöhte Preise nicht, Ihre monatliche Rate aber bleibt jahrzehntelang. Behandeln Sie das Verfahren nüchtern wie ein Geschäft.
Lassen Sie sich die Spielregeln schriftlich geben: Frist, Form der Gebote, Entscheidungskriterien. Seriöse Anbieter legen offen, wie sie auswählen. Wo das verweigert wird, ist Vorsicht angebracht.