Die wenigsten Baudarlehen sind nach Ablauf der Zinsbindung getilgt. Es bleibt eine Restschuld, die neu finanziert werden muss. Wie Sie diesen Moment vorbereiten, entscheidet über Tausende Euro.
Drei Wege nach der Zinsbindung
Prolongation
Sie bleiben bei Ihrer Bank und verlängern zu den dann gültigen Konditionen. Bequem, aber selten das beste Angebot, weil die Bank weiß, dass ein Wechsel Aufwand bedeutet.
Umschuldung
Sie wechseln zu einer anderen Bank mit besseren Zinsen. Der Aufwand hält sich in Grenzen, lediglich die Grundschuld wird abgetreten, was geringe Notarkosten verursacht. Oft lohnt sich das deutlich.
Forward-Darlehen
Hier sichern Sie sich die Konditionen schon Jahre vor dem Ablauf Ihrer aktuellen Zinsbindung. Das ist die Versicherung gegen steigende Zinsen.
Wie das Forward-Darlehen funktioniert
Sie schließen heute einen Vertrag, der erst in der Zukunft startet, etwa in drei Jahren. Dafür verlangt die Bank einen kleinen Zinsaufschlag für jeden Monat Vorlaufzeit. Steigen die Zinsen bis dahin stärker als der Aufschlag, haben Sie gewonnen. Bleiben sie niedrig, haben Sie etwas mehr gezahlt, aber Planungssicherheit gehabt.
- Vorlauf: bis zu rund fünf Jahre vor Ablauf möglich
- Aufschlag: pro Monat Vorlauf ein kleiner Zinszuschlag
- Bindung: Sie müssen das Darlehen abnehmen, auch wenn die Zinsen fallen.
Mein Rat
Beginnen Sie spätestens drei Jahre vor Ablauf, den Markt zu beobachten. Ein Forward-Darlehen ist sinnvoll, wenn Sie steigende Zinsen erwarten und Ruhe wollen. Wer auf fallende Zinsen wettet, geht ein Risiko ein, das nicht jeder tragen sollte.