Wer seine Immobilie ohne Makler verkauft, spart die Provision, übernimmt aber auch dessen Arbeit. Mit guter Vorbereitung ist der Privatverkauf machbar, doch er verlangt Zeit, Sachverstand und ein dickes Fell in Verhandlungen.
Was auf Sie zukommt
Ein Makler bündelt viele Aufgaben: Bewertung, Vermarktung, Besichtigungen, Verhandlung, Vertragsvorbereitung. All das müssen Sie beim Privatverkauf selbst organisieren. Wer das unterschätzt, verkauft entweder zu billig oder verzettelt sich.
Der richtige Preis
Die größte Hürde ist die realistische Preisfindung. Zu hoch angesetzt, bleibt das Objekt liegen und verbrennt; zu niedrig, verschenken Sie Geld. Nutzen Sie Bodenrichtwert, Vergleichsangebote und im Zweifel ein Wertgutachten, um den Preis sachlich zu begründen.
Die nötigen Unterlagen
- Energieausweis: Pflicht, muss bei der Besichtigung vorliegen
- Grundbuchauszug und Flurkarte
- Grundrisse, Wohnflächenberechnung, Baubeschreibung
- Bei Eigentumswohnungen zusätzlich Teilungserklärung und Protokolle
Vermarktung und Besichtigung
Ein gutes Exposé mit aussagekräftigen Fotos und ehrlichen Angaben ist die halbe Miete. Bei Besichtigungen sollten Sie auf typische Käuferfragen vorbereitet sein und Interessenten vorab auf ihre Ernsthaftigkeit und Bonität prüfen, bevor Sie viel Zeit investieren.
Der Notar bleibt Pflicht
Eines können Sie nicht selbst übernehmen: Der Kaufvertrag muss notariell beurkundet werden. Den Notar wählt üblicherweise der Käufer oder man einigt sich. Er sorgt für die rechtssichere Abwicklung, prüft aber nicht, ob Ihr Preis gut ist.
Mein Rat: Der Privatverkauf lohnt sich, wenn Sie Zeit haben, organisiert sind und in einem gefragten Markt verkaufen. Bei komplexen Objekten oder schwierigem Markt kann ein guter Makler seine Provision durch einen höheren Verkaufspreis und weniger Aufwand durchaus wert sein.